Vor ein paar Tagen bin ich den Höllental Klettersteig im Regen zur Zugspitze gewandert.
Eigentlich wollten meine Freundin und ich schon um 6 in Hammersbach losgehen. Prasselnder Regen aufs Zeltdach sorgte aber dafür, dass wir uns aber erst eine Stunde später motivieren konnten selbiges zu verlassen. Bei Nieselregen liefen wir in die Höllentalklamm wo wir schnell merkten das Klamm bei diesem Wetter der falsche Begriff ist. Wanderweg durch einen Wasserfall würde es deutlich besser treffen.
Nach etwas anderthalb Stunden erreichten wir völlig durchnässt die Höllentalangerhütte. Eigentlich wollten wir dort eine kleine Pause machen entschieden uns aber doch direkt weiterzugehen, da ich nicht genau einschätzen konnte wie lang wir bei diesen Verhältnissen für den Rest der Tour brauchen würden. Das dies ein Fehler war merkten wir etwas später, bei unserem ersten richtigen Frühstück, was wir bei starken Regen zu uns nehmen mussten. Nasses Brot schmeckt nicht besser.
Kurz nach dem Frühstück erreichten wir den Einstieg zum Klettersteig. Bis hier waren wir uns nicht sicher ob wir die Tour durchsteigen sollten da es immer noch dauerhaft regnete. Am Klettersteig merkten wir schnell das die Nässe kein Problem ist. Unsere Handschuhe waren zwar sofort durch, es machte aber trotzdem Spaß in so steilen Gelände unterwegs zu sein.Durch viel Hallen Boulder Erfahrung war der Steig selbst absolut kein Problem. Es machte uns wenig aus das einige Stellen rutschig waren.
Nach dem ersten Stück Klettersteig erreichten wir recht schnell den Höllentalferner. Schon von weiten sahen wir drei Wanderer die auf dem Gletscher planlos herumliefen. Schnell stellte sich heraus das sie den Einstieg zum nächsten Klettersteig Teil nicht finden konnten und schon seit einer Stunde herumirrten.Da es bei unserem Eintreffen etwas aufklärte fanden wir mit ihnen sofort den Einstieg und konnten weiter klettern. Die Wanderer waren die einzigen die wir auf unserer Tour trafen. Normalerweise gehen den Steig jeden Tag Menschenmassen so das das schlechte Wetter auch einen Vorteil hatte.
Nach vielen Stunden Wanderung, die wir ohne Pause verbrachten da es immer zu Nass war, merkten wir langsam unsere Beine und waren froh um 15 Uhr endlich den Gipfel zu erreichen. Dort kam der übliche Schock über die großflächige Betonbebauung und die vielen Seilbahntouristen. Die Einsamkeit der Tour ließ uns die Menschenmaßen am Gipfel aber verzeihen.
Meine erste richtige Klettersteig Begehung war trotz der nassen Umstände ein widerholenswertes Erlebniss. Das nächste mal vielleicht irgendwo mehr im Süden.